„Aus meiner Sicht ist das Abzocke“
Von „Abzocke“ spricht Hans-Werner Achilles aus Celle,
wenn er an die Rechnung über 99,50 Euro denkt, die er kürzlich erhalten hat.
In dem Mahnschreiben wird behauptet, der 61-Jährige habe eine kostenpflichtige Internet-Seite genutzt.
Doch Achilles war zu dem besagten Zeitpunkt nachweislich in Andalusien.
Er zahlte nicht, erstattete Anzeige bei der Polizei und stellte schnell fest, dass es sich offenbar um systematischen Betrug handelt.CELLE. 99,50 Euro soll Hans-Werner Achilles aus Celle für eine Internet-Seite zahlen – eine Seite,
die er nie aufgerufen hat. „Aus meiner Sicht ist das Abzocke“, schimpft der 61-Jährige.
Er hat bei der Polizei Anzeige erstattet und sich mit der Verbraucherzentrale in Celle in Verbindung gesetzt.
Aus allen Wolken fiel Achilles, als er am 19. Januar ein Schreiben eines Anwalts aus Osnabrück in seinem Briefkasten fand.
Darin wurde behauptet, Achilles hätte am 23. Juni vergangenen Jahres einen Dienstleistungsvertrag eines
Internet-Anbieters aus Rüsselsheim in Anspruch genommen.
Außerdem soll der 61-Jährige am 15. Juli 2010 eine Rechnung des Anbieters über die Nutzung der Seite erhalten haben.
Achilles konnte nicht glauben, was er da las.
Denn er war zu dem besagten Zeitpunkt im Urlaub im spanischen Andalusien.
„Mein Notebook hatte ich zu Hause gelassen“, erinnert er sich.
„Und die angebliche Rechnung habe ich nie erhalten.“
Da Achilles das Ganze verdächtig vorkam, informierte er sich zunächst im Internet über den Anbieter.
Und siehe da: In einschlägigen Foren wird im Zusammenhang mit der besagten Gesellschaft vor Abzocke gewarnt.
Außerdem versuchte Achilles, mit dem Anwalt in Osnabrück telefonisch Kontakt aufzunehmen.
Doch das gelang nicht – „kein Anschluss unter dieser Nummer“.
Der Celler recherchierte weiter im Internet und fand heraus,
dass auch der Name des Anwalts einschlägig bekannt ist – ebenfalls im Zusammenhang mit betrügerischen Aktivitäten im weltweiten Datennetz.
Demnach erhalten derzeit diverse Verbraucher Mahnschreiben dieses ominösen Anwalts.
Er gilt als Trittbrettfahrer eines früheren Juristen, der als Geldeintreiber für diverse Abo-Fallen berüchtigt war und mittlerweile seine Kanzlei geschlossen hat.
Die Adressaten sollen 99,50 Euro für die Nutzung der Seite >>>
http://www.p2p-heute.com zahlen.<<<<
Vorsicht auf dieser Seite nicht Anmelden!!Achilles stellte bei der Polizei Anzeige wegen des Verdachts auf Leistungsbetrug.
Er legte den Beamten die Buchungsbestätigung seines Reiseveranstalters vor und Fotos, die beweisen,
dass er zum besagten Zeitpunkt in Andalusien war.
Er stattete auch der Verbraucherzentrale in der Schuhstraße einen Besuch ab.
Dort sei die Betrugsmasche bekannt, sagt Achilles.
Eine Mitarbeiterin der Verbraucherzentrale habe ein schriftliches Einspruchsschreiben
aufgesetzt und an die Anwaltskanzlei in Osnabrück geschickt.
Denn eines ist für Achilles klar: Er wird nicht zahlen.
Nach Angaben von Celles Polizeisprecher Stefan Bauer ist die Betrugsmasche bekannt.
Alle Fälle würden in Osnabrück gesammelt und bearbeitet.
Wer ein ähnliches Mahnschreiben erhalte, solle Ruhe bewahren,
sich zunächst über den Absender oder den Betreiber der Seite informieren und nicht voreilig zahlen, rät Bauer.
Nützliche Informationen gebe es im Internet und bei den Verbraucherzentralen.
„Alles, bei dem man glaubt, keine Leistung beansprucht zu haben, ist verdächtig“, so der Polizeisprecher.
Die Adressaten sollten zudem versuchen, telefonisch mit dem Absender in Kontakt zu treten.
Ist der Anschluss nicht vergeben, sei dies ein Hinweis dafür, das hier etwas nicht stimme.
Betroffene sollten die Polizei informieren, sagt Bauer.
„Wir prüfen im Einzelfall, ob der Verdacht auf Betrug vorliegt oder nicht.“
Hilfreich sei es, die Abwesenheit mit Unterlagen nachzuweisen, wie es Achilles getan habe.
Quelle des Berichts:
Celle Zeitung