Patentstreit: Yahoo verklagt Facebook
von Udo Bergstein
Kurz vor dem im Sommer erwarteten milliardenschweren Börsengang des sozialen Netzwerks Facebook hat das Internetportal Yahoo seine öffentliche Drohung
von vor zwei Wochen in die Tat umgesetzt und zieht gegen das weltgrößte Online-Netzwerk vor Gericht.
Der Vorwurf lautet auf groß angelegten Ideenklau.
Wie aus der am Montag im kalifornischen San José eingereichten Klageschrift hervorgeht,
habe Facebook ohne entsprechende Lizenzabkommen patentierte Technologien vom Konkurrenten Yahoo genutzt.
Der einstige Internetpionier beansprucht für sich eine Vielzahl grundlegender Funktionen sozialer Netzwerke erfunden zu haben.
Dazu zählen etwa das Verschicken von Nachrichten, die Anzeige von Neuigkeiten oder die Kommentierung.
In diesem Zusammenhang werden zehn Patente genannt, die Facebook verletzt haben soll.
Auch bei der wichtigsten Einnahmequelle beider Unternehmen, der Platzierung von Werbeanzeigen,
habe das an die Börse strebende Netzwerk abgekupfert. Jetzt verlangt Yahoo einen nicht näher bezifferten Schadenersatz.
Patentstreitigkeiten sind keine Seltenheit.
Weltweit liefern sich vor allem Technologiekonzerne regelrechte Patentschlachten.
Aktuell stehen unter anderem Apple, Microsoft, Motorola und Samsung vor Gericht.
Facebook weist die Vorwürfe allerdings von sich.
In einer ersten Reaktion zeigte sich der Konzern enttäuscht über die "rätselhaften Aktionen" von Yahoo, gegen die man sich vehement wehren werde.
Beide Internetriesen sind erbitterte Rivalen im Geschäft mit Werbung im Internet.
Während Facebook aber in den vergangenen Jahren ein sehr schnelles Wachstum an den Tag gelegt und zuletzt 845 Millionen Nutzer hatte,
sank der Stern des zehn Jahre älteren Konkurrenten Yahoo immer weiter.
Nach eigenen Angaben gab es zuletzt 700 Millionen Nutzer.
Der erst seit Jahresanfang amtierende CEO Scott Thompson soll nun den alten Glanz wiederherstellen.
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